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Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutzmittel

Aktionsplan Pflanzenschutzmittel

Ja, aber – Der SOV äussert sich sehr kritisch

Ende Oktober reichte der SOV beim Bundesamt für Landwirtschaft seine Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel (PSM) ein. Die Position des SOV wurde in Zusammenarbeit mit den Gremien des Verbands und mit Partnerorganisationen aus der Landwirtschaft erarbeitet und vom Vorstand verabschiedet.

Grundsätzlich befürwortet der SOV einen Aktionsplan, um damit den Pflanzenschutzmittel-Einsatz weiter zu optimieren und die Risiken wo möglich und nötig gezielt zu minimieren. Zum vorliegenden Entwurf äussert sich der SOV jedoch sehr kritisch. Insbesondere wird bemängelt, dass der Nutzen von PSM im Aktionsplan ausser Acht gelassen wird. Man betrachtet nur die Nebenwirkungen, welche zu verringern sind. Dabei wäre jedoch unbedingt auch zu beachten, dass ein verminderter PSM-Einsatz und strengere Auflagen im Gegenzug die Risiken für die Landwirtschaft erhöhen. Es ist nicht erwiesen, dass ein reduzierter PSM-Einsatz die Nachhaltigkeit erhöht. Zudem sind die vorgeschlagenen Massnahmen unspezifisch, und deren Wirkung ist unklar. Die Ziele sind sehr allgemein gehalten, nicht fundiert und nicht auf konkrete Problembereiche ausgerichtet. Sicher ist, dass etwa der vorgeschlagene Verzicht auf «besonders gefährliche» PSM für den Obstbau unannehmbare Folgen hätte, da ein grosser Teil der betroffenen PSM in diese Kategorie fällt. Nicht annehmbar ist auch eine Lenkungsabgabe auf PSM. Eine solche würde viel zu unspezifisch wirken und die Produktion verteuern, ohne damit konkret bestehende Probleme zu lösen.

Der SOV fordert, dass Risikoreduktionsziele auf akzeptierbare Restrisiken auszurichten sind. Alle Risiken, auch die der Landwirtschaft, sind für die vorgeschlagenen Massnahmen zu bewerten. Akzeptierbar sind nur Massnahmen, welche insgesamt mehr nützen als schaden und die Nachhaltigkeit insgesamt verbessern. Der SOV fordert, dass die bereits vor über zwei Jahren beim BLW eingereichten Vorschläge für die Entrichtung von Produktionssystembeiträgen im Obstbau umgesetzt werden. Wie auch das BLW damals betonte, gehen diese Vorschläge in die gewünschte Richtung. Die Praxistauglichkeit zum Beispiel der Verwirrungstechnik, der Totaleinnetzung oder der mechanischen Unkrautbekämpfung sind bekannt und sollten ab sofort gefördert werden. Mit solchen freiwilligen Massnahmen, über welche in der Obstbranche Konsens herrscht, könnte umgehend ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion des PSM-Einsatzes erreicht werden! Abschliessend verlangt der SOV, in die Ausarbeitung des Aktionsplans und vor allem in die Umsetzung der Massnahmen eng einbezogen zu werden.

Georg Bregy