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7. Schweizer Hochstammtagung

Degustation an der 7. Schweizer Hochstammtagung

Bereits zum siebten Mal trafen sich Hochstammproduzenten an der Schweizer Hochstammtagung, welche dieses Jahr in Hohenrain stattgefunden hat. Beat Felder begrüsst die Teilnehmer der Tagung, welche unter dem Thema «Eine Analyse» steht. Anfangs blickt er zurück auf die Entwicklung der Hochstammproduktion, mit Schwerpunkt Kernobst, und zeigt anschliessend auf, wie momentan die Nachfrage des Marktes aussieht. Die Nachfrage ist in nahezu allen Bereichen vorhanden, ausser bei milden Sorten.

Hochstämme und Biodiversität

Judith Ladner, BLW, zeigt die Erfolge der Förderung der Hochstammproduktion in den Bereichen der Biodiversität auf. Seit 2010 hat die Anzahl Hochstammbäume stetig zugenommen. Es hat sich auch die Verteilung innerhalb der Betriebe geändert. Früher besassen mehr Betriebe eine kleinere Anzahl Hochstammbäume. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch stark geändert. Immer mehr Betriebe besitzen über 100 oder sogar über 1 000 Hochstammbäume. Zurzeit sind rund 35% der Hochstammbäume Q-II beitragsberechtigt und über die Hälfte sind in einem Vernetzungsprojekt. Wie gross der Erfolg für die Biodiversität ist, ist jedoch nur schwer abzuschätzen. Bisher konnte eine leichte Zunahme des Gartenrotschwanz- und Steinkauzbestandes verzeichnet werden.

Neuerungen für den Hochstammanbau

Für die Direktzahlungsverordnung 2017 wurden folgende Punkte, für den Hochstammanbau, geändert:

Q-I: 10m Abstand zu Waldrand, Hecken, Feld- und Ufergehölz und Gewässer bei Pflanzenschutzmitteleinsatz muss eingehalten werden.

Q-II: Müssen Bäume von alten Beständen ersetzt werden, gilt die aktuelle Baumdichte.

Im Verordnungspacket 2017 gilt neu für 2017:

Die Baumscheibe bei unter 5-jährigen Bäumen darf gedüngt werden, ohne den Flächenbeitrag für Extensive Wiese oder ähnlichem zu verlieren.

Neu muss eine fachgerechte Baumpflege durchgeführt werden. Dies beinhaltet: Formierung, Schnitt, Stamm- und Wurzelschutz, Bekämpfung von Schadorganismen.

Mit Obstsorten gegen Feuerbrand

Die Erfolge des Projektes «Herakles Plus» hat Anita Schöneberg vorgestellt. Das Projekt setzt sich mit der Prüfung von neuen Obstsorten durch. Bisher können rund 10 Feuerbrandrobuste Sorten empfohlen werden. Dies ist Beispielsweise die Apfelsorte Liberty oder auch die Züchtung aus Wädenswil mit der Nummer ACW 11303. Beide Sorten zeigen gute Eigenschaften für die Mostproduktion.

Ebenfalls zum Thema der Obstsorten hat Kaspar Hunziker, Präsident Fructus, referiert. Er hat den Verein Fructus vorgestellt, welcher sich um den Erhalt alter Obstsorten besorgt. Aktuell haben sie über 3000 verschiedene Genotypen der ganzen Schweiz erfasst. Aus dieser reichhaltigen Sortensammlung wurde eine Sortenempfehlung für den Feldobstbau mit Schwerpunkt «robuste Sorten» erstellt.

Zukunft ungewiss

Pierre Coulin von Hochstamm Suisse hat eine Prognose zum Feldobstanbau gegeben. Zur Zeit nehmen Hochstammobstbäume tendenziell zu in der Schweiz. Trotzdem nimmt der Hochstamm-Erwerbsobstbau ab. Es wird angenommen, dass viele Hochstämme nicht mehr abgeerntet werden und deshalb die Erträge abnehmen. Im Allgemeinen ist der Industriekirschenanbau durch die Kirschessigfliege gefährdet. Wie es um die Zwetschgenproduktion steht ist momentan sehr ungewiss.

Erfolg Dank PRE?

Die Projekte zur Regionalen Entwicklung des BLW's unterstützen Regionale Organisationen oder Firmen, welche mit Projekten die Region stärken und voranbringen wollen. Im Rahmen der Hochstammtagung wurden zwei Projekte vorgestellt. Zum einen ist dies die «Zuger & Rigi Chriesi AG». Die Geschäftsführerin Beatrice Gut stellte das Projekt vor. Im Rahmen dieses Projektes wurden Produzenten, Brenner und Kirschtortenbäcker zusammengebracht um die Region Zug und Rigi zu stärken. Das Ziel war es für alle einen Mehrwert zu schaffen. Dazu wurde der Zuger Kirsch AOC-Zertifiziert und die Kirschtorte IGP-Zertifiziert. Dadurch konnten die Produzentenpreise gesichert werden und die Herkunft hat an Wert gewonnen.

Das zweite Projekt, Hochstamm Seetal GmbH, wurde von Urs Amrein, Produzent Hochstamm Seetal GmbH, vorgestellt. Das Projekt hat sehr gut angefangen. Die Produktepallette war sehr breit und die Produkte sind beliebt. Sobald jedoch die Unterstützung der PER wegfielen, mussten Einschränkungen hingenommen werden. Die Struktur war zu gross, als dass sie von der Produktion getragen werden konnte. Aus diesem Grund musste die Organisationsstruktur gestrafft und die Produktpalette verkleinert werden. Trotzdem liessen sie sich nicht beirren und sind aktiv.