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Beerensituation und -Aussichten in der Schweiz

Baies

Beeren-Situation und -Aussichten in der Schweiz

Am 02. Mai hat in Zürich die erste Sitzung des Produktzentrums Beeren stattgefunden. Die Teilnehmer haben sich ausgetauscht und mitunter wurde die Anbausituation in den verschiedenen Regionen diskutiert.

Erdbeeren - Erwartungen an die Schweizer Ernte

Die Ernte wird voraussichtlich etwas kleiner ausfallen als erwartet, da verbreitet Frostschäden auftraten. Die Schäden sind regional sehr unterschiedlich. Die Kulturen waren zum Zeitpunkt des Frosts sehr schön und waren sehr weit fortgeschritten in der Entwicklung. Nichtsdestotrotz waren letztes Jahr die Schäden aus dem Dauerregen wohl grösser, daher kann je nach Region eine bessere Ernte als im letzten Jahr erwartet werden. Insgesamt werden die Schäden auf rund zehn Prozent der erwarteten Erntemenge beziffert und es kann von einer Durchschnittsernte ausgegangen werden. In den Wochen 20 und 21 wird die Ware evtl. etwas knapp. In den Vollerntewochen KW 22-24 hat es sicher genügend Schweizer Erdbeeren.

Schäden aus der Kälte und regionale Unterschiede

Im Thurgau liegen die Ausfälle zwischen 20 % und 60 %, je nach Kulturen. Nicht verfrühte Kulturen haben eher kleine Schäden erlitten, die können durch die Pflanzen kompensiert werden. Terminkulturen haben meistens keine Schäden erlitten. Insgesamt beträgt die Einbusse um die 10 % der erwarteten Erntemenge. Im Kanton Wallis hat es rund 5 % Frostschäden, der Erntestart wird am 15. Mai erwartet, ab der Kalenderwoche 21 ist die Vollernte zu erwarten. In der Westschweiz gab es auch Frostschäden, trotzdem sind die Ernteerwartungen ähnlich hoch wie im letzten Jahr.

Im Anbaugebiet Bern ist die Situation mit dem Thurgau vergleichbar. Im Durchschnitt wird von einem Ausfall von rund 20 % ausgegangen, wobei auch in Bern die betriebsindividuellen Schäden sehr unterschiedlich sind. Die Erdbeerpflanze wird auch hier einiges kompensieren können. Die Haupternte wird in den Kalenderwochen 23 und 24 erwartet.

Im Baselbiet war es zum Teil sehr kalt, in gewissen Anbaugebieten wurden bis zu minus sieben Grad aufgezeichnet. Daher sind die Ausfälle auch hier sehr betriebsindividuell. In dieser Region hat es viele Freilandkulturen, diese haben zum Teil Schäden von bis zu 70 % erlitten. In der Region Aargau/Luzern stehen fast ausschliesslich Freilandkulturen. Es wird trotz allem eine bessere Ernte erwartet als 2016.

In Graubünden sind die Schäden relativ gering, sie werden auf zirka 10 % geschätzt. In den Wochen 20 und 21 wird voraussichtlich eine kleine Menge zu ernten sein, die Nachfolgewochen (22-24) sind allerdings mit dem Vorjahr vergleichbar.

Erntestart

Geheizte Häuser sind bereits diese Woche in der Vollernte, nächste Woche sind die Erdbeeren aus den Kalttunnel zu erwarten. Die Freiland-Erdbeeren werden ab Kalenderwoche 20 erwartet.

Importregelung Erdbeeren

Das Produktzentrum Beeren hat festgelegt, dass die unbeschränkte Phase bis am 16. Mai verlängert wird. Die weitere Importregelung wird am 16. Mai definiert. Der Antrag zur Verlängerung der Importphase wird am 9. Mai vom BLW genehmigt und publiziert. Die Kalenderwoche 20 wird 2017 als Übergangswoche gehandhabt und gilt nicht als volle Importwoche wie bisher. In den letzten Jahren wurden zum Start jeweils mehrere hundert Tonnen Kontingent freigegeben. Dies wird auch in diesem Jahr möglich sein, da die Inlandware vom Handel übernommen wird.

Strauchbeeren

Die Kulturen kamen gut durch den Winter. Der Spätfrost, welcher letzte Woche herrschte, hat jedoch zu lange gedauert. Aktuell ist keine genaue Voraussage möglich, wie hoch die Schäden ausfallen werden. Es lässt sich aktuell eine Erntespitze der Himbeeren im August prognostizieren, da die meisten Terminkulturen keinen Schaden genommen haben. Bei den Herbsthimbeeren sind die Triebspitzen abgefroren, es ist aber nicht sicher ob daraus Schäden entstehen werden. 

Die Juli-Menge bei den Himbeeren lässt sich nicht beziffern. Die Ernte für August bis Oktober hat keinen Schaden genommen. Die Himbeeren-Haupternte ist voraussichtlich im August.

Bei Heidelbeeren und Brombeeren sind Normalernten zu erwarten, bei Johannisbeeren sind die Frühsorten teilweise erfroren.

Regionale Aussichten

Im Wallis gab es wenige Schäden auf der ersten Blüte, insgesamt sehen die Kulturen jedoch schön aus. Die Erntespitze kann das Produktzentrum noch nicht definieren. Im Genferseegebiet gab es wenig Schäden und wenn, dann nur in den höher gelegenen Gebieten. Die Herbsthimbeeren nahmen keine Schäden. Bei Heidelbeeren sind einige Schäden zu erkennen, jedoch nicht wegen dem Frost, sondern wegen des späten Schneefalls.

In der Nordwestschweiz haben die Sommerhimbeeren gesamtheitlich wenig Schaden genommen. Regional liegt der Schaden jedoch bei bis zu 50 %. Die Brombeeren sehen gut aus, bei den Johannisbeeren und Stachelbeeren ist ein Totalausfall zu erwarten.

In der Innerschweiz haben die Pflanzen zwar gelitten, sehen aber mehrheitlich gut aus. In Graubünden haben die Sommerhimbeeren voraussichtlich leichte Schäden genommen, die Terminkulturen und Herbsthimbeeren scheinen unbeschädigt zu sein. Definitiv lässt sich dies aber erst in rund zwei Wochen sagen.

Importregelung

Die Importregelung für Strauchbeeren wird zu gegebener Zeit kommuniziert.

Richtpreise und Konferenzgespräche

Richtpreise für die neue Saison sind vom Produktzentrum definiert worden, sie wurden mit dem Preisbulletin Beeren kommuniziert. Die wöchentlichen Telefonkonferenzen des Produktzentrums werden weiterhin am Donnerstag 7.15 Uhr stattfinden.