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In welchen Mägen landen Kirschessigfliegen?

Kirschessigfliegen

Auf der Suche nach einheimischen Fressfeinden der exotischen Kirschessigfliege haben Agroscope-Fachleute eine Methode entwickelt, bei der Erbsubstanz der Kirschessigfliege im Magen von Fressfeinden nachgewiesen werden kann.

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist eine eingeschleppte Essigfliegenart, die grosse Schäden in der Schweizer Landwirtschaft verursacht. Im Gegensatz zu einheimischen Essigfliegen kann sie unbeschädigte, reifende Früchte und Beeren angreifen, indem sie ihre Eier darin ablegt. Solche Früchte verfaulen schnell und sind nicht mehr zu vermarkten.

Schwierige Bekämpfung
Die Bekämpfung der Kirschessigfliege ist schwierig, da sie sich sehr schnell vermehrt und ihre Larven in den Früchten gut geschützt sind. Neben physikalischen Bekämpfungsmethoden, wie beispielsweise dem Einnetzen der Obstanlagen, könnten in Zukunft auch natürliche Gegenspieler der Kirschessigfliege bei deren Bekämpfung eine Rolle spielen.

Während bereits einige Untersuchungen zu einheimischen Schlupfwespen als Gegenspieler durchgeführt wurden, ist bislang kaum bekannt, welche Fressfeinde sich an Kirschessigfliegen gütlich tun. Mit Feldbeobachtungen ist dies nur schwer herauszufinden. Fütterungsversuche im Labor spiegeln zudem nur bedingt die Realität im Feld wieder.

Wer frisst Kirschessigfliegen?
Agroscope-Fachleute unter der Leitung von Dr. Jana Collatz haben daher in Zusammenarbeit mit Prof. Michael Traugott und seiner Forschungsgruppe «angewandte und trophische Ökologie» an der Universität Innsbruck eine molekulare Methode entwickelt, die sich die Erbsubstanz (DNS) der Kirschessigfliege zu Nutze macht, um ihre Fressfeinde zu bestimmen. Hierfür wurden zwei kurze DNS-Stücke (sogenannte Primer) entworfen, die spezifisch an die DNS der Kirschessigfliege binden, nicht jedoch an die DNS anderer Essigfliegenarten. Nun können potenzielle Fressfeinde untersucht werden: Räuberische Gliederfüsser wie Insekten und Spinnen werden im Feld gesammelt und im Labor mit der neuen Methode getestet. Hat ein Fressfeind eine Kirschessigfliege, deren Ei oder Larve gefressen, befindet sich auch die DNS der Kirschessigfliege in seinem Magen. In diesem Fall bindet das spezifische Primer-Paar an die Kirschessigfliegen-DNS. In einem nächsten Schritt kann das gebundene Stück DNS vervielfältigt und sichtbar gemacht werden. Befindet sich keine Kirschessigfliegen-DNS im Magen des Fressfeindes, kommt es zu keinem Signal.

Mit der Methode konnten Agroscope-Fachleute nachweisen, dass Ohrwürmer, Spinnen, Raubwanzen und einige Kurzflügler Kirschessigfliegen gefressen hatten. Die Methode ist einfach anzuwenden und kann dazu beitragen, weitere Fressfeinde der Kirschessigfliege zu identifizieren. So können diese besser geschützt oder gezielt gefördert werden.

Quelle: www.admin.ch