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Kreisversammlung der Steinobstkommission SG/TG

Steinobstkommission SG/TG

Ziel: «Flüssige Vermarktung» im Grosserntejahr

Nebst den Ernteaussichten und Marketingaktivitäten galt die besondere Aufmerksamkeit der Präsentation von Peter Kauf von der Prognosix AG, der ein neues Prognosesystem (ein Pilotprojekt) für die Kirschenernte vorstellte.

Auf dem gastgebenden Betrieb von Monika und Rolf Kläusli in Dünnershaus (Langrickenbach TG) führte die Steinobstkommission SG/TG Mitte Juni ihre Kreisversammlung 2018 durch. Thomas Lehner vom Früchtezentrum Steinobst SG/TG sagte, die Region St. Gallen/Thurgau rechne mit rund 900 Tonnen Kirschen. Durch den relativ starken Fruchtfall bei Kordia und Regina dürfte diese Schätzung recht präzise sein. Auch bei den Zwetschgen sei voraussichtlich mit einer guten Ernte zu rechnen. «Wir empfehlen, diese frühzeitig genug auszudünnen, damit schöne Früchte reifen. Mit deren Haupternte ist im August zu rechnen, mit Frühsorten ab Ende Juli. Dieser Zeitpunkt wird für die Vermarktung eine besondere Herausforderung, unter anderem fällt dieser in die Ferienzeit und es gibt bereits die ersten frühen Apfelsorten.» Die Produzenten werten es als positiv, dass die Importregelung seit 15. Juni gilt. Früchtezentrum und Detailhandel hoffen nun auf eine «flüssige Vermarktung», und dies für eine Ernte, deren Start quasi «von 0 auf 100» einsetzte.

Ernteprognosen: Aufzeigen, was möglich ist
In einem Grosserntejahr wie 2018 sollte der Absatz von mittelfrühen Sorten, die vor Kordia anfallen, am Markt mit Aktionsrabatten gefördert werden, damit ein flüssiger Abverkauf möglich ist. Der Gastreferent Peter Kauf, Geschäftsführer der Prognosix AG, informierte über das in der Saison 2018 gestartete Pilotprojekt, wonach intelligente Algorithmen die Prognose der Handelsmenge an Tafelkirschen unterstützen sollen. Ins Leben gerufen wurde das Pilotprojekt von der Arbeitsgruppe Ernteschätzung, in Kooperation mit dem SOV und Swisscofel. Mit den Prognosen betraut ist die Firma Prognosix AG, ein Spin-Off der ZHAW, wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Agroscope. «Die neuen Algorithmen ermöglichen eine erste Prognose der Handelsmengen zum Zeitpunkt von Mitte Mai. Wir streben Genauigkeiten von rund 10 % in normalen Erntejahren und 10 % - 20 % in Extremjahren an», schilderte Peter Kauf. Verwendet werden in den neuen Algorithmen primär Wetterdaten und die Phänologie der Kulturentwicklung. Es wird dabei nach sechs Hauptregionen unterschieden. Ursprünglich entwickelt wurden die Lösungen der Prognosix AG mit dem Lebensmittelhandel, wo die Algorithmen Einkäufer und Disponenten bei der Absatzprognose unterstützen.

Text und Bild: Isabelle Schwander