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Aargauer Kernobstqualitätswettbewerb

Sieger Wettbewerb

Erster Preis für die Obstkulturen von Hans Geier in Küttigen und Hansueli Weber in Sulz

Beim diesjährigen Kernobstqualitätswettbewerb des Verbandes Aargauer Obstproduzenten siegten gemeinsam mit dem Punktemaximum Hans Geier, Küttigen und Hansueli Weber, Sulz. Vergangenen 3. September war die offizielle Preisübergabe.

"Prächtig und perfekt gepflegt, ", meint der verantwortliche Experte für den Kernobstqualitätswettbewerb des Verband Aargauer Obstproduzenten, Thomas Schwarz, bei der Preisverleihung zu den beiden Siegerbetrieben. Die Preisübergabe wurde selbstverständlich dort vollzogen, wo sie hingehört – in der Obstplantage. Nicht ganz überraschend, sind die beiden Betriebsleiter doch Meister ihres Handwerks, erreichten die beiden Siegerbetriebe das Punktemaximum. Othmar Eicher, Fachspezialist Obstbau am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, Gränichen ist hoch erfreut, dass sich die Obstkulturen prächtig präsentieren nach den Herausforderungen des trockenen Sommers.

Zu Höchstleistungen motivieren
Am Wettbewerb der Aargauer Tafelkernobstproduzenten haben 10 Teilnehmer mitgemacht, die allesamt Ende August von zwei Experten besucht wurden. Unter anderen schlugen als Prüfungskriterien Merkmale wie Kronenaufbau, Fruchtbehang und Deckfarbe sowie Krankheiten zu Buche. Den Siegertitel mit dem Punktemaximum teilen sich dieses Jahr die Familie Geier aus Küttigen und die Familie Weber aus Sulz im Fricktal.
Alle anderen schnitten ebenfalls sehr gut ab und sicherten sich Gold- und Silbermedaillen. Ziel des Wettbewerbs ist, die Produzenten zu Höchstleistungen anzuspornen.
Nach der Verleihung liess Othmar Eicher vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg die letzten sechs Monate Revue passieren. «Wir erwarten eine gute Ernte mit knapp zwei Wochen Vorsprung gegenüber dem Vorjahr." Dies sei gegen 3 Wochen früher als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Der Winter begann eher mild. Erst im Februar und März folgte doch noch Schnee und Kälte. Die Vegetation startete zeitlich verzögert. Das trockene Frühjahr zog sich bis in den Vorsommer hin und der Sommer 2018 wird als die trockenste Vegetation in die Annalen eingehen seit 2003.
Der Pflanzenschutz war wegen der trockenen Witterung keine eine grosse Herausforderung für die Obstproduzenten. Aber die Trockenheit machte den Bäumen zu schaffen.
Wenig Ausfälle durch Hagel und der gefährlichen Bakterienkrankheit Feuerbrandbefall gegenüber den Vorjahren konnte registriert werden. Wohl fühlte sich der wärmeliebende Apfelwickler und vermehrte sich über zwei Generationen, was zu einigen "wurmigen" Apfel führte.

Eine wahre Energiequelle waren die sommerlichen Tage im Monate Juli und August für die Bäume. Die heranwachsenden Früchte fallen trockenheitsbedingt etwas kleiner an, speicherten jedoch die sonnigen, warmen Tage in Form von Fruchtzucker, Vitaminen und Aromen in ihrem Fruchtfleisch.
Insgesamt erwarten die Aargauer Obstproduzenten eine deutlich grössere Tafelapfelmenge von über 60 Prozent als im frostigen Vorjahr.

Die Qualität der nun anstehenden Obsternte ist vielversprechend
Dank der kühlen Nächte in den vergangenen Tagen haben die Äpfel rote Backen bekommen. Jetzt, in der Schlussphase, werden Zucker und Aroma vollendet. Das Sortiment im Kant. Aargau zeichnet sich durch eine besonders grosse Vielfalt aus. Es hat für jeden Geschmack und Verwendungszeck die passende Sorte. Gala ist die beliebteste Sorte.
Im Aargau erwartet man bei den Tafeläpfeln einen Ertrag von über 5'000 Tonnen, bei den Tafelbirnen gegen 500 Tonnen. Die rund 135 bäuerlichen Süssmoster im Kanton werden über 2 Mio. Liter Süssmost herstellen, der zu 60 Prozent von den Hochstammobstbäumen anfällt. In 60 Aargauer Gemeinden gibt es Lohn-Süssmoster die ihre Dienstleistung, sei es das Veredeln von eigenem, angeliefertem Mostobst zu frischem oder haltbarem Süssmost oder den Verkauf von Süssmost und Obstwein, anbieten. Unter www.aargauer-most.ch führt der Aargauer Obstverband eine Liste "Wo bekomme ich Süssmost?"

Produkte aus der Region, ein Qualitätsversprechen
Die Konsumnähe wissen einige Direktvermarkter professionell auszunützen und erzielen so eine Wertschöpfung und ein bedeutendes Betriebseinkommen. Oft wird auch eine höhere Wertschöpfung mit der Veredlung verschiedener Obstprodukte auf dem Betrieb erzielt: Süssmost, Apfelwein, Apfelschaumwein, Essig, Dörrobst und Edelspirituosen.
Im Kanton Aargau leben rund 670'000 Einwohner. Diese essen jährlich knapp 12 Millionen Kilo Äpfel. Nur knapp die Hälfte der Konsummenge wächst im Aargau (5 Mio. kg). Konsumnähe ist vorhanden.
Der Endrohertrag des Aargauischen Obstbaus hat einen Wert von gegen 30 Millionen Franken jährlich. Die Bäuerliche Obstverarbeitung ab Hof über 3 Mio. Franken.
Dank des Ansporns mit dem Qualitätswettbewerb hat der Verband Aargauer Obstproduzenten seit über 30 Jahren viel zur Qualitätsverbesserung der Obstproduktion beigetragen.

Bild: Die beiden Sieger mit dem Punktemaximum (von links): Weber Hansueli, Sulz, Geier Hans , Küttigen

Quelle: Othmar Eicher, Liebegg