Damit Ihre Arbeit Früchte trägt

Aufruf zum Melden von ganz alten Quittenbäumen

Quitte

Anders als bei Äpfeln werden Quitten meistens einfach Quitten genannt. Dies obwohl verschiedene Sorten existieren, über deren Varietäten in der Schweiz aber wenig bekannt ist. Fructus hat im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft ein Inventarisierungsprojekt gestartet. Erhofft werden unter anderem Funde alter Bäume bisher unbekannter Quittensorten, welche die Feuerbrandepidemie 2007 und 08 überstanden haben. Fructus bittet die Bevölkerung, insbesondere die Obstbauern um Mithilfe und ruft dazu auf, alte Quittenbäume mit einem Stammumfang von 130 cm oder mehr unter lindenbaum@gmx.ch oder Tel 079 231 58 38 zu melden. Die Meldung soll den Stammumfang und die Standortadresse enthalten.

Werden Quittensorten gefunden, die laut DNA-Analysen keiner bekannten Sorte angehören, werden diese anschliessend in nationalen Sortensammlungen erhalten, auf ihre Robustheit gegen Krankheiten geprüft und beschrieben.

Stämme von alten Quittenbäumen sind typischerweise fragmentiert (mit Rillen) wie dieser über 100-jährige Baum mit einem Stammumfang von 2 m in Gutenswil ZH im Bild von Michel Brunner zeigt. Je älter der Baum, desto grösser die Chance, dass es sich dabei um eine alte, seltene Sorte handeln könnte. Erste Genanalysen im laufenden Inventarisierungsprojekt haben ergeben dass die meisten Quittenbäume die in den vergangenen 70 Jahren in Haus- und Hofgärten gepflanzt wurden die Sorte Vranja sind. Bäume dieser Birnenquitte Vranja müssen nicht gemeldet werden.  Jüngst wird vor allem die Sorte Cydora Robusta angepriesen. In der Praxis hat diese allerdings keine bessere Feuerbrandrobustheit als andere Sorten bewiesen. Es währe wertvoll, wenn wie bei den alten Apfelsorten, auch bei den Quitten einzelne krankheitsrobuste Sorten gefunden würden.