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Dr. Maag Preis geht an Klaus Gersbach

Preisübergabe Dr. Maag Preis

Die Stifter beabsichtigten durch die periodische Verleihung eines Dr. Rudolf Maag Preises die Erinnerung und Würdigung der Pionierarbeit von Dr. Rudolf Maag im Pflanzenschutz. Der Dr. Ruolf Maag Preis wird seit 1973 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Pflege und Förderung der Pflanze verdient gemacht haben. Der Stiftungszweck ist dabei bewusst breit gefasst und erlaubt sowohl die Auszeichnung des Engagements in der Praxis, in der Kunst und in der Lehre und Wissenschaft.  Ausgezeichnet werden schweizerische wie auch ausländische Persönlichkeiten, wobei das Schwergewicht bei Schweizer Persönlichkeiten liegt.

Klaus Gersbach
Im Fricktal als Sohn eines Kirschenbauern und Baumwärters aufgewachsen, kennt Klaus Gersbach seit seiner Kindheit die Leiden und Freuden der Obstbauern und spricht deren Sprache. Genauso gut kommuniziert er mit Wissenschaftlern aus aller Welt und ist international gut vernetzt. Wer je das Glück hatte, ihm zu begegnen und mit ihm zu „fachsimpeln“, wird dies nie vergessen: sein feu sacré springt über.

Nach seiner Ausbildung an der Fachhochschule Wädenswil und zweijähriger Weiterbildung in den USA war er Mitarbeiter an der Eidg. Forschungsanstalt Wädenswil, danach von 1976-2010 Leiter der kantonalen Fachstelle Obst am Strickhof in Lindau ZH (Deutschschweizer Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft). Als Ausbildner am Strickhof konnte er viele junge Menschen für den Beruf des Obstbauern begeistern. Eindrücklich wies er auf den akuten Fachkräftemangel in dieser Sparte hin und auf die guten Zukunftsaussichten, die dieser Beruf bringt. Während 34 Jahren amtete er als allseits geschätzter kantonaler Obstbauberater. Dank seiner Offenheit und Weitsicht war er in der Lage, sowohl Obstbauern mit konventionellen Anbaumethoden, aber auch jene mit Integrierter (IP), biologisch-organischer oder biologisch-dynamischer Produktion kompetent zu beraten. Er hat zahlreiche Fachtagungen organisiert und Obst-Fachreisen ins Ausland geleitet, ist Fachbuchautor und Verfasser vieler Artikel und Merkblätter für Obstbauern und Landwirte.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Klaus Gersbach sehr weit über seine bezahlte berufliche Tätigkeit hinaus intensiv für die Pomologie in der Schweiz. Ihm liegt die Erhaltung alter Obstsorten besonders am Herzen (bisher sind in der Schweiz rund 2000 Obstsorten inventarisiert). Oft braucht er detektivistisches Geschick beim Aufspüren letzter Bäume alter Sorten und deren Namen. Derzeit sucht er schweizweit in einem Projekt für FRUCTUS die Quitten auf, die bisher bezüglich Erhaltung vernachlässigt wurden. Besitzer werden gebeten, alte, grosse Bäume mit mehr als 1.3m Stammumfang zu melden. So arbeitet Gersbach über seine Pensionierung hinaus mit. Auch sind ihm die Erhaltung der Hochstammobstgärten als landschaftsprägende Elemente und der Biodiversität im Obstanbau ein grosses Anliegen. Klaus Gersbach war Gründungsmitglied, langjähriges Vorstandsmitglied und von 1999-2015 Präsident von FRUCTUS, der 1985 gegründeten Schweizerischen Vereinigung zur Erhaltung alter Obstsorten. Er plant, die Preissumme für „Projekte im Bereich der Obstbauwissenschaft, insbesondere mit Bezug zu den robusten und speziellen alten Obstsorten“ einzusetzen.

Klaus Gersbach ist es wichtig, das Wissen um die Eigenschaften der verschiedenen Obstsorten weiter zu geben und zu popularisieren. Er wirkt an Obstsorten-Tagungen und Ausstellungen als kenntnisreicher Referent und Experte und hilft jeweils mit, die Schweizer Obstsorte des Jahres zu küren (2017 ist es die Obstart Quitte und somit alle Quittensorten); auch so wird wertvolle Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Klaus Gersbach wird in Anerkennung seiner grossen Verdienste um den Schweizer Obstbau der Dr. Rudolf Maag-Preis 2017 verliehen. Als international gut vernetzter Wissenschafter und äusserst versierter Praktiker, als begeisternder Fachlehrer und hervorragender Fachberater hat er dem Erwerbsobstbau wichtige Impulse gegeben. Als passionierter Pomologe und langjähriger Präsident der Vereinigung FRUCTUS erforscht er alte Obstsorten als Kulturgut und deren Sorteneigenschaften als wichtige Gen-Ressourcen für neue Züchtungen. Er stellt sein enormes Fachwissen jederzeit der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Quelle: rudolf-maag-preis.ch