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Stellungnahme zur Nachhaltigkeitsstrategie der Migros im Kernobst

Stellungnahme zur Nachhaltigkeitsstrategie der Migros im Kernobst

Der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) hat Ende Dezember seine Zulieferer über ein neues Nachhaltigkeitsprogramm für den Schweizer Kernobstanbau informiert. Das Programm zielt darauf ab, den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu optimieren, die Biodiversität zu erhöhen und die Bodenqualität zu verbessern. Das Programm folgt der Logik eines Baukastensystems und bietet eine Auswahl an möglichen Massnahmen, die jeder Betrieb individuell auswählen kann, um die gewünschten Fortschritte pro nachhaltigkeits-Kategorie zu erzielen. Die Mehraufwände sollen mit 3 Rappen pro Kilogramm Früchte abgegolten werden.

Der Schweizer Obstverband (SOV) ist vom unilateralen Vorgehen des MGB befremdet. Der nationale Branchenverband wurde nicht konsultiert er konnte die Brancheninteressen nicht vertreten. Der Verband intervenierte umgehend und forderte unter anderem eine Verlängerung der Testphase, Anpassungen im Rückstandsmonitoring sowie Kontrollsystem.

Der SOV unterstützt Bestrebungen, um den Obst- und Beerenanbau in der Schweiz künftig noch nachhaltiger zu gestalten. Er ist überzeugt, dass viele Massnahmen im MGB-Programm geeignet sind, um dieses Ziel zu erreichen. Allerdings strebt der SOV eine nationale Branchenlösung an, die von allen Partnern getragen wird. Diese darf sich nicht nur auf Kernobst beschränken und muss die kommenden, gesetzlichen Anforderungen, die derzeit in Beratung sind (AP22+, PA. Iv. 19.475), Rechnung tragen. Das Nachhaltigkeitsprogramms des MGB kann darin einfliessen. Voraussetzung für jegliche Anstrengungen ist indes eine faire Abgeltung der Mehraufwände für die Produktion.

Als Sofortmassnahme beruft der SOV einen runden Tisch ein mit Vertretern des Handels, um die Eckpunkte für eine nationale Branchenlösung zu definieren. Diese soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Der SOV wird sich im Rahmen dieser Diskussionen für umsetzbare Massnahmen, einen angemessenen Zeitplan sowie Kontrollprozess und für eine faire Entschädigung für die Mehraufwände einsetzen. Diese muss für die Zukunft deutlich über den vom MGB angekündigten Entschädigung von 3 Rp/Kg liegen. Die Regionalorganisationen werden eng in diesen Prozess mit einbezogen.