Damit Ihre Arbeit Früchte trägt

Delegiertenversammlung SOV

Président Jürg Hess

An der Online Infoveranstaltung anlässlich der 23. Delegiertenversammlung des SOV blickten Präsident Jürg Hess und Direktor Jimmy Mariéthoz auf ein denkwürdiges Jahr in Bezug auf Corona zurück. Die statutarischen Geschäfte wurden alle im Vorfeld auf dem schriftlichen Weg genehmigt.

Daher nutzten die Verantwortlichen die Infoveranstaltung, um über die kommenden Herausforderungen zu informieren und zur aktiven Unterstützung zur Bekämpfung der kommenden extremen Agrar-Initiativen aufzurufen. «Die Obstbranche befindet sich an einem Scheidepunkt, an dem wir den künftigen Weg nicht alleine bestimmen können. Die Politik respektive die Gesellschaft nehmen direkten Einfluss auf den Obstbau und damit auf unsere Arbeit. Bringen sie sich in die Diskussionen ein, denn sie als Produzentinnen und Produzenten sind die glaubwürdigsten Vertreter», betonte Hess. Konsumentinnen und Konsumenten müssten ihrerseits bewusst sein, dass sie mit ihrem Einkaufsverhalten entscheiden, wie sich der Markt und damit letztlich auch die Branche entwickeln wird. Eine staatlich verordnete Bioproduktion sei der falsche Weg. Das Wünschbare und das Machbare seien klar voneinander zu trennen. «Bei all den Veränderungsprozessen ist trotz geforderter Ökologisierung - und Extensivierungsgelüsten die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren, denn diese sind eine Grundvoraussetzung für die Existenz der einheimischen Produktion», erklärte Hess.

Kompetenznetzwerk Obst und Beeren in den Startlöchern
«Die kommenden Herausforderungen verlangen volles Engagement von uns allen», betonte Direktor Jimmy Mariéthoz in seiner Begrüssungsansprache. Für ihn haben die Branchenlösung «Nachhaltigkeit Früchte» und die Entwicklung des Kompetenznetzwerk Obst und Beeren oberste Priorität, nebst der Bekämpfung der extremen Agrar-Initiativen. Mit der Entwicklung des Kompetenznetzwerk Obst und Beeren (KOB) wird der Grundstein für eine nationale, zukunftsausgerichtete und praxisnahe Forschung für den Schweizer Obst- und Beerenbau gelegt. Damit sollen Koordination und Vernetzung der Aktivitäten von Agroscope und weiteren Partnern zugunsten des Obst- und Beerenbaus verbessert werden. Ebenfalls wird die Kommunikation zwischen allen Akteuren mehr Gewicht erhalten.

In Bezug auf Nachhaltigkeit sei auch die Obstbranche gefordert
Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, hat die Zukunft der nachhaltigen Obstproduktion thematisiert: Ein Blick auf die Gründungszeitachse von Organisationen, welche sich für eine nachhaltigere Produktion einsetzten, zeige, dass Nachhaltigkeit besonders am Anfang vor allem seitens Produzenten initiiert worden sei. In jüngster Zeit drohten die Produzenten in Bezug auf Nachhaltigkeitsforderungen aber ins Hintertreffen zu geraten, warnte Hofer. Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit seitens der Bevölkerung werde immer grösser, gab Christian Hofer zu bedenken. Und dies sei unabhängig vom Ausgang der Abstimmungen vom 13. Juni. Die Schweizer Obstproduktion müsse sich in die Lage bringen, sich in diesem zunehmend restriktiven Umfeld zurechtzufinden und die Anforderungen erfüllen.